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In der Emilia-Romagna aufgewachsen, in Europa zu Hause – seit Mai 2008 sitzt Laura Garavini für die Demokratische Partei in der italienischen Abgeordnetenkammer.

Seit Beginn der aktuellen Legislaturperiode ist sie Mitglied im Fraktionsvorstand, dort zuständig für die Bereiche Europa und Außenpolitik.

Laura Garavini ist seit Jahren gegen die Mafia aktiv, bereits in der zweiten Legislaturperiode gehört sie dem Antimafia-Ausschuss des Parlaments an; von 2009 bis 2013 war sie Sprecherin ihrer Fraktion in diesem Ausschuss. Während der italienischen EU-Ratspräsidentschaft 2014 leitete Laura Garavini als Vorsitzende die „Kommission zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität auf europäischer und internationaler Ebene“. Sie ist in der Abgeordnetenkammer zudem Mitglied der Kommission für Fragen der Immunität sowie, auf gemeinsamen Vorschlag aller Fraktionen, Vorsitzende der deutsch-italienischen Parlamentariergruppe.

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Als „Brückenbauerin für Europa“ wurde Laura Garavini 2016 von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Große Verdienstkreuz des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Vor ihrem Einzug ins italienische Parlament hat Laura Garavini fast 20 Jahre lange in Deutschland gearbeitet, vor allem in den Bereichen Integration und Soziales. Ab 1996 war sie für den italienischen Bereich im Integrationsprojekt „Pro Qualifizierung“ in Köln zuständig. Ab 1999 war sie Leiterin der italienischen Sozialberatungsstelle ITAL-UIL im Haus des DGB Berlin-Brandenburg. Ab 2004 arbeitete sie für den gewerkschaftsnahen Verein „Union der Italiener in der Welt“ (UIM).

Öffentliche Aufmerksamkeit in Italien und Deutschland erweckte Laura Garavini 2007, als sie als Reaktion auf die Mafiamorde von Duisburg gemeinsam mit prominenten Gastronomen in Berlin die Organisation „Mafia? Nein Danke!“ gründete. Durch „Mafia? Nein Danke!“ kam es zur größten Rebellion gegen Schutzgeld-Erpressung außerhalb Italiens. Zur Jahreswende 2007/2008 hatten zwei Mitglieder der neapolitanischen Camorra mehrere Restaurantbesitzer in Berlin erpresst, dabei unter anderem ein Restaurant und ein Auto in Brand gesetzt. Mit Unterstützung von „Mafia? Nein Danke!“ wandten sich zahlreiche der erpressten Gastronomen an die Polizei und erstatteten Anzeige. Dies führte dazu, dass die beiden Camorra-Mitglieder Anfang 2008 festgenommen und später zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden.

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Für die Parlamentswahlen 2008 wurde Laura Garavini vom Partito Democratico, dem sie seit Gründung angehört, als Kandidatin für den Wahlkreis Europa der Auslandsitaliener aufgestellt. Sie erhielt die meisten Präferenzvoten (25.070 Stimmen) und zog damit ins Parlament ein. Bei den Parlamentswahlen 2013 trat Laura Garavini als Spitzenkandidatin ihrer Partei im Wahlkreis Europa an und wurde erneut mit den meisten Präferenzvoten (37.813 Stimmen) erneut ins Parlament gewählt.

Laura Garavini, aufgewachsen als Kind von Kirschbauern in Vignola in der Provinz Modena, hat Politikwissenschaften an der Universität Bologna studiert und mit Bestnote („Cum laude“) abgeschlossen. An der LUISS Universität in Rom absolvierte sie eine Spezialisierung im Management europäischer Gemeinschaftsprojekte. Einen Monat nach dem Mauerfall zog sie nach Deutschland und unterrichtete mit einem Lehrauftrag für italienische Sprache und Kultur an der Universität Kiel.

Laura Garavini ist verheiratet und hat eine Tochter.